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Künstler im Museum Goch

Buthelezi, Mbongeni (2004)

Mbongeni Buthelezis Ausgangsprodukt ist der Plastikabfall seiner unmittelbaren Umgebung. Er sammelt, zerschneidet und klebt die mit einer Heißluftpistole behandelten Plastikteile zu einem neuen Bild zusammen.

Formal wie motivisch bewegt sich Buthelezi in seinen  „Kunststoff-Bildern“ zwischen Figuration und Abstraktion. In den bisweilen sehr farbigen Collagen reflektiert er seine Welt, Szenen aus den Straßen von Johannesburg oder Sowetos, die Obdachlosen ebenso wie die spielenden Kinder aber auch Straßenverkäufer und einfache tägliche Begebenheiten. Es ist keineswegs nur die Armut, die seine Themenwelt bestimmt, vielmehr verbirgt sich in den farbenfrohen Collagen auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in seiner Heimat, zehn Jahre nach dem offiziellen Ende der Apartheid.

1994 hatte Nelson Mandela mit den Worten „eine Regenbogennation, in Frieden und Freiheit mit sich und der Welt“ eine Vision für Südafrika und da­mit das Ende der Apartheid beschrieben. Zehn Jahre später versucht das Museum Goch mit Mbongeni Buthelezi den kritischen Blick auf ein Land zu lenken, das von diesen Visionen weit entfernt scheint.

Wir sehen uns im Kontext der Ausstellung „New Identities. Zeitgenössische Kunst aus Südafrika“ die ebenfalls noch bis zum 7.11.2004 im Museum Bochum gezeigt wird. Während dort ein allgemeiner Überblick über die junge Kunst Südafrikas zu sehen ist, fokussiert das Museum Goch nun eine herausragende Einzelposition.

Die Ausstellung umfasst ca. 20 Bilder, darunter ein großformatiges Gemälde von 550 x 180 cm, das Mbongeni Buthelezi im Sommer in seinem Studio in Johannesburg fertiggestellt hat. Hinzu kommen neun Portraits, die im August 2004 bei einem Arbeitsaufenthalt auf Sylt entstanden.

In einem Ausstellungsraum arbeitet Buthelezi an einer Installation, bei der er in kleine Teile zerschnittene Plastiktüten zu einer dreidimensionalen Collage verarbeitet.

Zur Ausstellung erscheint der erste monografische Katalog des Künstlers mit allen neuen Arbeiten, der Gocher Installation sowie Texten aus Südafrika und Deutschland.

Gerne schicken wir Ihnen auf Wunsch einen Katalog zu.

Die Ausstellung wird im kommenden Jahr in der Johannesburg Art Gallery zu sehen sein.

Wir danken der Kunststiftung NRW und der Plastics Federation of South Africa für ihre Unterstützung.